Alle Frakturen › Luxationen
Luxationsfraktur des oberen Sprunggelenks
AO/OTA 44B3 / 44CTrimalleolär, bimalleolär, reine Luxation
In 3D an den echten Knochen ansehen, verschieben und reponieren, mit simuliertem Röntgen und CT – kostenlos im Browser.
In 3D öffnen →Wenn die Malleolen oder die Bänder, die den Talus halten, gemeinsam versagen, verlässt der Talus die Malleolengabel. Die Haut über dem Innenknöchel ist weiss gespannt und wird innerhalb von Stunden nekrotisch: Die Reposition hat Vorrang vor allem anderen.

Mechanismus
Supinations-Aussenrotations- oder Pronationskräfte mit hoher Energie, Stürze und Sport; oft bei älteren Patienten mit osteoporotischem Knochen.
Klinik
- Offensichtliche Deformität; Haut medial abgeblasst. Pulse (A. dorsalis pedis, A. tibialis posterior) und Sensibilität prüfen.
- Sofort reponieren und schienen, dann Röntgen. Offene Luxationsfrakturen: Antibiotika, Tetanusprophylaxe, Wundabdeckung.
Bildgebung
- Mortise-Aufnahme (AP) und seitlich nach der Reposition: medialer Clear Space, Talusstellung, Grösse des hinteren Malleolus. CT für den hinteren Malleolus und Gelenkimpressionen.
Klassifikation
- Weber / AO 44
- A infra-, B trans-, C suprasyndesmale Fibulafraktur (siehe Einträge zu den Sprunggelenksfrakturen).
- Lauge-Hansen
- Mechanismus: Supination–Aussenrotation, Pronation–Aussenrotation, Supination–Adduktion, Pronation–Abduktion.
Typen in 3D
- Trimalleoläre Luxationsfraktur
- Aussen-, Innen- und hinterer Malleolus gebrochen; der Talus luxiert nach posterolateral aus der Malleolengabel und spannt die Haut. Sofort auf der Notfallstation reponieren und schienen, bei gefährdeter Haut noch vor dem Röntgen; dann Osteosynthese (oft nach Fixateur externe).
- Bimalleoläre Luxationsfraktur
- Fibula und Innenknöchel gebrochen, der Talus verschiebt sich mit der Fibula nach lateral. Jede Talusverschiebung bedeutet ein instabiles Sprunggelenk: Osteosynthese.
- Reine Sprunggelenksluxation
- Selten: Der Talus verlässt die Malleolengabel ohne Fraktur (hohe Energie, oft offen). Dringlich reponieren; meist Behandlung mit Gips oder Fixateur, Bandnaht bei Bedarf.
Behandlung
- Sofort
- Geschlossene Reposition (Zug und Korrektur der Fehlstellung), gut gepolsterte dorsale Gipsschiene, Hochlagerung.
- Definitiv
- ORIF der Fibula, des Innenknöchels und eines relevanten hinteren Malleolus; Syndesmosenfixation bei Instabilität. Starke Schwellung oder offene Verletzung: zuerst gelenküberbrückender Fixateur externe, Osteosynthese, sobald die Weichteile es erlauben. Gebrechliche Betagte: Rückfussnagel.
Nachbehandlung
Teilbelastung etwa 6 Wochen.
Komplikationen
- Hautnekrose und Infektion
- Fehlreposition (Syndesmose)
- Posttraumatische Arthrose
- Steifigkeit, CRPS
In 3D an den echten Knochen ansehen, verschieben und reponieren, mit simuliertem Röntgen und CT – kostenlos im Browser.
In 3D öffnen →