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Hüftluxation
Thompson–Epstein · PipkinHintere, vordere, mit Pfannenwand- oder Hüftkopffraktur
In 3D an den echten Knochen ansehen, verschieben und reponieren, mit simuliertem Röntgen und CT – kostenlos im Browser.
In 3D öffnen →Eine Hochrasanzverletzung: Es braucht viel, um den Hüftkopf aus seiner tiefen Pfanne zu drücken. Die meisten Luxationen sind hintere, oft mit Fraktur der hinteren Pfannenwand oder des Hüftkopfs. Es ist ein Notfall: Je länger der Kopf luxiert bleibt, desto höher das Risiko einer avaskulären Hüftkopfnekrose.

Mechanismus
Hintere: Dashboard-Verletzung, Krafteinwirkung entlang des Femurs bei gebeugter Hüfte und gebeugtem Knie. Vordere: forcierte Abduktion und Aussenrotation.
Klinik
- Zuerst ATLS (Begleitverletzungen sind die Regel).
- Hintere: Bein verkürzt, flektiert, adduziert und innenrotiert. Vordere: abduziert und aussenrotiert.
- N. ischiadicus (v. a. fibularer Anteil: Dorsalextension des Fusses) vor und nach der Reposition; Knie untersuchen (Patella, HKB).
Bildgebung
- Beckenübersicht AP: Die Hüftköpfe sollten gleich gross erscheinen; Shenton-Linie unterbrochen. CT nach der Reposition für freie Fragmente im Gelenk, Pfannenwand- und Kopffrakturen.
Klassifikation
- Thompson–Epstein (hintere)
- I einfach oder kleines Fragment, II grosses Hinterwandfragment, III mehrfragmentäre Hinterwand, IV Pfannenboden, V Hüftkopf.
- Pipkin (Hüftkopf)
- I unterhalb der Fovea, II oberhalb der Fovea, III mit Schenkelhalsfraktur, IV mit Azetabulumfraktur.
- Epstein (vordere)
- Superiorer (pubischer) oder inferiorer (obturatorischer) Typ.
Typen in 3D
- Hintere
- Etwa 90%. Dashboard-Verletzung: Krafteinwirkung entlang des Femurs bei flektierter und adduzierter Hüfte. Das Bein ist verkürzt, flektiert, adduziert und innenrotiert. Innerhalb von 6 Stunden reponieren, um die Blutversorgung des Kopfes zu schützen.
- Hintere + Hinterwand
- Thompson–Epstein II–III: Der Kopf bricht die Hinterwand des Azetabulums ab. Ein grosses oder mehrfragmentäres Wandfragment hinterlässt nach der Reposition eine instabile Hüfte: Osteosynthese (Kocher–Langenbeck).
- Pipkin (Hüftkopf)
- Ein Abscherfragment des Hüftkopfs bleibt im Azetabulum, während der Rest luxiert. Pipkin I unterhalb der Fovea (ausserhalb der Belastungszone), II oberhalb, III mit Schenkelhalsfraktur, IV mit Azetabulumfraktur.
- Vordere
- Etwa 10%: forcierte Abduktion und Aussenrotation. Der Kopf liegt über dem Foramen obturatum (inferior) oder dem Os pubis (superior); das Bein ist abduziert und aussenrotiert. Auf die Femoralgefässe und den N. femoralis achten.
Behandlung
- Notfallmässige Reposition
- Innerhalb von 6 Stunden, in Sedation oder Allgemeinanästhesie mit Relaxation (Technik nach Allis oder Bigelow). Nie forcieren: Eine Schenkelhalsfraktur muss zuerst ausgeschlossen werden.
- Nach der Reposition
- CT. Stabile, konzentrische Hüfte ohne Fragmente: Mobilisation mit Teilbelastung. Eingeklemmte Fragmente, instabile Hinterwand oder dislozierte Kopffraktur: offene Reposition und Osteosynthese (Kocher–Langenbeck oder chirurgische Hüftluxation).
Nachbehandlung
Teilbelastung 4–6 Wochen; MRT nach etwa 3 Monaten, wenn Schmerzen auf eine avaskuläre Nekrose hindeuten.
Komplikationen
- Avaskuläre Hüftkopfnekrose
- Posttraumatische Arthrose
- Ischiadicusparese
- Rezidivierende Luxation (selten)
- Heterotope Ossifikation
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