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Hüftluxation

Thompson–Epstein · Pipkin

Hintere, vordere, mit Pfannenwand- oder Hüftkopffraktur

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Eine Hochrasanzverletzung: Es braucht viel, um den Hüftkopf aus seiner tiefen Pfanne zu drücken. Die meisten Luxationen sind hintere, oft mit Fraktur der hinteren Pfannenwand oder des Hüftkopfs. Es ist ein Notfall: Je länger der Kopf luxiert bleibt, desto höher das Risiko einer avaskulären Hüftkopfnekrose.

Hintere Hüftluxation, Beckenübersicht AP
Hintere Hüftluxation, Beckenübersicht AP. Der linke Femurkopf liegt superolateral eines leeren Acetabulums, der Femur ist adduziert und innenrotiert. — Hellerhoff, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Mechanismus

Hintere: Dashboard-Verletzung, Krafteinwirkung entlang des Femurs bei gebeugter Hüfte und gebeugtem Knie. Vordere: forcierte Abduktion und Aussenrotation.

Klinik

Bildgebung

Klassifikation

Thompson–Epstein (hintere)
I einfach oder kleines Fragment, II grosses Hinterwandfragment, III mehrfragmentäre Hinterwand, IV Pfannenboden, V Hüftkopf.
Pipkin (Hüftkopf)
I unterhalb der Fovea, II oberhalb der Fovea, III mit Schenkelhalsfraktur, IV mit Azetabulumfraktur.
Epstein (vordere)
Superiorer (pubischer) oder inferiorer (obturatorischer) Typ.

Typen in 3D

Hintere
Etwa 90%. Dashboard-Verletzung: Krafteinwirkung entlang des Femurs bei flektierter und adduzierter Hüfte. Das Bein ist verkürzt, flektiert, adduziert und innenrotiert. Innerhalb von 6 Stunden reponieren, um die Blutversorgung des Kopfes zu schützen.
Hintere + Hinterwand
Thompson–Epstein II–III: Der Kopf bricht die Hinterwand des Azetabulums ab. Ein grosses oder mehrfragmentäres Wandfragment hinterlässt nach der Reposition eine instabile Hüfte: Osteosynthese (Kocher–Langenbeck).
Pipkin (Hüftkopf)
Ein Abscherfragment des Hüftkopfs bleibt im Azetabulum, während der Rest luxiert. Pipkin I unterhalb der Fovea (ausserhalb der Belastungszone), II oberhalb, III mit Schenkelhalsfraktur, IV mit Azetabulumfraktur.
Vordere
Etwa 10%: forcierte Abduktion und Aussenrotation. Der Kopf liegt über dem Foramen obturatum (inferior) oder dem Os pubis (superior); das Bein ist abduziert und aussenrotiert. Auf die Femoralgefässe und den N. femoralis achten.

Behandlung

Notfallmässige Reposition
Innerhalb von 6 Stunden, in Sedation oder Allgemeinanästhesie mit Relaxation (Technik nach Allis oder Bigelow). Nie forcieren: Eine Schenkelhalsfraktur muss zuerst ausgeschlossen werden.
Nach der Reposition
CT. Stabile, konzentrische Hüfte ohne Fragmente: Mobilisation mit Teilbelastung. Eingeklemmte Fragmente, instabile Hinterwand oder dislozierte Kopffraktur: offene Reposition und Osteosynthese (Kocher–Langenbeck oder chirurgische Hüftluxation).

Nachbehandlung

Teilbelastung 4–6 Wochen; MRT nach etwa 3 Monaten, wenn Schmerzen auf eine avaskuläre Nekrose hindeuten.

Komplikationen

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