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Distale Radiusfraktur

AO/OTA 2R3A2

Extraartikulär, nach dorsal abgekippt (Colles)

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Die häufigste Fraktur beim Erwachsenen. Bei einer Colles-Fraktur kippt und verschiebt sich das distale Fragment nach dorsal und der Radius verkürzt sich, was die „Fourchette“-Fehlstellung ergibt. Normalwerte: radiale Inklination etwa 22°, palmare Neigung etwa 11°, radiale Höhe etwa 11 mm, Ulnavarianz neutral.

Colles-Fraktur, PA und seitlich
Colles-Fraktur, PA und seitlich. Pfeile: extraartikuläre distale Radiusfraktur mit dorsaler Dislokation in der seitlichen Aufnahme. — Lucien Monfils, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Mechanismus

Sturz auf die ausgestreckte Hand bei extendiertem Handgelenk (Colles, dorsal). Ein Sturz auf das flektierte Handgelenk führt zur Smith-Fraktur (palmare Dislokation).

Klinik

Bildgebung

Klassifikation

2R3A
Extraartikulär (A2 einfach, A3 Keil/mehrfragmentär).
2R3B
Partiell artikulär: Proc. styloideus radii (Chauffeur-Fraktur), palmare Barton-Fraktur (B3), dorsale Barton-Fraktur (B2).
2R3C
Vollständig artikulär.
Eponyme
Colles (dorsale Dislokation), Smith (palmar), Barton (Kantenfraktur mit karpaler Subluxation), Chauffeur (Proc. styloideus radii).

Typen in 3D

Colles (2R3A2)
Extraartikulär, dorsale Abkippung und dorsale Verschiebung mit radialer Verkürzung: „Fourchette-Stellung“.
Smith (2R3A2)
Extraartikulär mit volarer Abkippung und volarer Dislokation („umgekehrte Colles-Fraktur“): instabil im Gips, meist Plattenosteosynthese.
Chauffeur (2R3B1)
Processus styloideus radii: partiell artikulär; oft Teil einer perilunären Verletzung, daher den Karpus prüfen. Schrauben oder K-Drähte.
Dorsal Barton (2R3B2)
Fraktur der dorsalen Kante mit dorsal subluxiertem Karpus.
Volar Barton (2R3B3)
Volare Kantenabscherfraktur mit volar subluxiertem Karpus: instabil, benötigt eine volare Abstützplatte.
2R3C1
Vollständig artikulär, einfach: Processus styloideus radii und Fossa lunata sind voneinander und vom Schaft getrennt. CT und anatomische Reposition des Gelenks.

Behandlung

Konservativ
Geschlossene Reposition unter Hämatomblock und gut anmodellierte dorsale oder Sugar-Tong-Schiene, anschliessend Gips für etwa 5–6 Wochen. Akzeptabel nach Reposition (Erwachsene): dorsale Abkippung < 10°, radiale Verkürzung < 3 mm, Gelenkstufe < 2 mm; bei älteren Patienten mit geringem funktionellem Anspruch grössere Toleranz.
Operativ
Instabile oder inakzeptable Reposition, artikuläre Dislokation, volare Abscherung (Smith/Barton), offene Frakturen: Die volare winkelstabile Platte über den FCR-Zugang (modifizierter Henry-Zugang) ist das Standardverfahren; K-Drähte, Fixateur externe oder dorsale / fragmentspezifische Platten in ausgewählten Fällen.

Nachbehandlung

Frühe Fingermobilisation; Handgelenkbewegung nach 1–2 Wochen bei stabiler Plattenosteosynthese.

Komplikationen

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