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Radiuskopf- und Radiushalsfrakturen

AO/OTA 2R1

Mason I–IV · Essex-Lopresti

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Die häufigste Ellenbogenfraktur bei Erwachsenen. Der Radiuskopf ist ein sekundärer Stabilisator gegen Valgus und ein wichtiger Stabilisator gegen posterolaterale Rotation und proximale Migration des Radius. Es kann sich um eine isolierte, einfache Verletzung handeln oder um den sichtbaren Teil einer komplexen: Ellenbogenluxation, Koronoidfraktur (Terrible Triad), MCL-Riss oder Ruptur der Membrana interossea (Essex-Lopresti).

Mechanismus

Sturz auf die ausgestreckte Hand mit proniertem Unterarm und leicht flektiertem Ellenbogen: Axiale Krafteinleitung treibt den Radiuskopf gegen das Capitulum, oft mit Valguskomponente.

Klinik

Bildgebung

Klassifikation

2R1A
Extraartikulär: Halsfrakturen (A2 einfach, A3 mehrfragmentär).
2R1B
Partielle artikuläre Radiuskopffraktur, einfach oder mehrfragmentär.
2R1C
Vollständig artikuläre Radiuskopffraktur, der ganze Kopf ist vom Hals getrennt.
Mason (Modifikation nach Hotchkiss)
I nicht oder minimal disloziert (< 2 mm), keine Rotationsblockade; II disloziert > 2 mm oder anguliert, rekonstruierbar, kann die Rotation blockieren; III Trümmerfraktur, als nicht rekonstruierbar beurteilt; IV (Johnston) mit Ellenbogenluxation.

Typen in 3D

Mason I
Nicht oder minimal dislozierte (< 2 mm) partielle Gelenkfraktur, keine Rotationsblockade. Frühe Bewegung.
Mason II
Partielles Gelenkfragment, mehr als 2 mm disloziert, verkippt und imprimiert. Fixieren, wenn es die Rotation blockiert oder der Ellenbogen instabil ist (kopflose Schrauben).
2R1A2 Radiushals
Einfache Halsfraktur: Der ganze Kopf kippt (hier nach lateral und hinten) auf dem Schaft. Bis etwa 30° Kippung werden bei Erwachsenen mit freier Rotation akzeptiert; sonst Fixation in der Safe Zone.
Mason III
Trümmerfraktur des Radiuskopfs (mehrfragmentär 2R1B oder 2R1C): mehrere Fragmente, oft impaktiert und disloziert. Wenn eine Fixation unzuverlässig wäre (mehr als drei Fragmente), Radiuskopfprothese.
Mason IV
Radiuskopffraktur mit Ellenbogenluxation: Das Fragment bleibt nahe am Capitulum, während der Unterarm nach posterior luxiert. Reponieren, dann den Kopf fixieren oder ersetzen und den lateralen Bandkomplex rekonstruieren; nach einer Koronoidfraktur suchen (Terrible Triad).

Behandlung

Mason I und kleine II-Fragmente ohne Blockade
Armschlinge für einige Tage und frühe aktive Bewegung. Die Punktion des Hämarthros lindert die Schmerzen. Gutes Ergebnis in der grossen Mehrheit.
Mason II mit Blockade oder als Teil einer komplexen Verletzung
Offene Reposition und interne Fixation über einen lateralen Zugang (Kocher oder Kaplan): kopflose oder kleine versenkte Schrauben für partielle Gelenkfragmente; eine kleine Platte nur in der „Safe Zone“ (dem 90–110°-Bogen des Kopfes, der bei Rotation nicht mit der Ulna in Kontakt kommt). Unterarm proniert halten, um den N. interosseus posterior zu schützen.
Mason III und IV
Bei mehr als drei Fragmenten oder unzuverlässiger Fixation: Radiuskopfprothese (modulare Metallprothese; Overstuffing vermeiden). Eine Resektion ist nur bei stabilem Ellenbogen mit intakter Membrana interossea und intaktem medialem Band akzeptabel, nie bei einer akuten komplexen Verletzung.
Begleitverletzungen
Zuerst Koronoid und Kapsel versorgen, dann den Radiuskopf fixieren oder ersetzen und den lateralen Bandkomplex rekonstruieren (Terrible Triad). Essex-Lopresti: immer die Radiuslänge wiederherstellen (Prothese) und das DRUG stabilisieren.

Nachbehandlung

Frühe aktive Bewegung innerhalb weniger Tage; passives Dehnen vermeiden. Extension und Rotation bei den Kontrollen beobachten.

Komplikationen

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