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Suprakondyläre Humerusfraktur (Kind)
AO PCCF 13-M/3Kindlich, Extensionstyp
In 3D an den echten Knochen ansehen, verschieben und reponieren, mit simuliertem Röntgen und CT – kostenlos im Browser.
In 3D öffnen →Die häufigste Ellenbogenfraktur bei Kindern (Alter 5–7). Der dünne Knochen zwischen Fossa olecrani und Fossa coronoidea bricht; beim Extensionstyp disloziert das distale Fragment nach dorsal, und die proximale Spitze kann A. brachialis und N. medianus verletzen.

Mechanismus
Sturz auf die ausgestreckte Hand mit überstrecktem Ellenbogen (Extensionstyp, 95%).
Klinik
- Die Hand prüfen: durchblutet und rosig vs. weiss; Radialispuls; der N. interosseus anterior („OK“-Zeichen) ist am häufigsten verletzt, danach N. radialis und N. ulnaris.
- Pucker-Zeichen: Das proximale Fragment hat den M. brachialis durchspiesst (schwierige Reposition).
- Auf ein Kompartmentsyndrom des Unterarms achten.
Bildgebung
- Ellenbogen a.-p. und streng seitlich.
- In der seitlichen Aufnahme: vordere Humeruslinie (sollte das mittlere Drittel des Capitulum humeri schneiden), positives hinteres Fettpolsterzeichen bei okkulten Frakturen.
- Vergleichsaufnahmen des anderen Ellenbogens sind selten nötig. Zuerst der neurovaskuläre Status: Radialispuls und N. interosseus anterior (OK-Zeichen).
- Ellenbogen a.p. und seitlich. Die vordere Humeruslinie sollte durch das mittlere Drittel des Capitulum humeri verlaufen; hinteres Fettpolsterzeichen = okkulte Fraktur; Baumann-Winkel in der a.p.-Aufnahme.
Klassifikation
- Gartland I
- Nicht disloziert.
- Gartland II
- Disloziert mit intaktem dorsalem Scharnier.
- Gartland III
- Vollständig disloziert.
- Gartland IV
- Instabil in Flexion und Extension (Periost zirkulär zerrissen).
Typen in 3D
- Gartland I
- Nicht disloziert; eventuell nur ein positives hinteres Fettpolsterzeichen. Oberarmgips für 3 Wochen.
- Gartland II
- Abgewinkelt mit intakter dorsaler Kortikalis (Scharnier): Die vordere Humeruslinie verfehlt das Capitulum. Geschlossene Reposition und Spickdrahtosteosynthese, wenn die Abwinkelung inakzeptabel ist.
- Gartland III
- Vollständig disloziert, meist posteromedial; der proximale Fragmentsporn gefährdet die A. brachialis und den N. medianus. Notfallmässige geschlossene Reposition und K-Drähte.
Behandlung
- Gartland I
- Oberarmgips in 90° für 3 Wochen.
- Gartland II–IV
- Geschlossene Reposition und perkutane K-Draht-Fixation (zwei oder drei laterale Drähte oder gekreuzte Drähte mit kleiner medialer Inzision zum Schutz des N. ulnaris). Rosige pulslose Hand: dringliche Reposition, dann Reevaluation. Weisse pulslose Hand: notfallmässige Reposition und Gefässexploration, falls nicht perfundiert.
Nachbehandlung
Drahtentfernung nach 3–4 Wochen.
Komplikationen
- Cubitus varus (Gunstock-Deformität)
- Ischämische Volkmann-Kontraktur
- Nervenläsionen (erholen sich meist)
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