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Frakturen der Basis des Metakarpale I

AO/OTA 77.1.1

Bennett, Rolando, extraartikulär

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Die Basis des Metakarpale I bildet das sattelförmige Trapeziometakarpalgelenk. Bei einer Bennett-Fraktur bleibt ein kleines palmar-ulnares Fragment über das Lig. obliquum anterius (Beak-Ligament) mit dem Os trapezium verbunden, während der M. abductor pollicis longus den Rest des Metakarpale nach proximal und radial zieht und der M. adductor pollicis dessen Kopf in die Hohlhand schwenkt. Das Gelenk ist subluxiert und bleibt im Gips nicht reponiert.

Bennett-Fraktur (Pfeil)
Bennett-Fraktur (Pfeil). Ein kleines volar-ulnares Fragment verbleibt am Os trapezium, während der Schaft des Os metacarpale I nach proximal und radial abgeglitten ist. — James Heilman, MD, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Mechanismus

Axiale Belastung des teilweise flektierten Daumens: Faustschläge, Stürze, Ballsportarten, Lenkerverletzungen.

Klinik

Bildgebung

Klassifikation

77.1.1A
Extraartikuläre Basisfrakturen: quer oder schräg, typischerweise mit Apex-dorsoradialer Angulation.
77.1.1B (Bennett)
Partiell artikulär: ein einzelnes palmar-ulnares Fragment mit Subluxation des Metakarpalschafts.
77.1.1C (Rolando)
Komplett artikulär: Y- oder T-förmige oder Trümmerfraktur der Basis.
Gedda (Bennett)
I grosses Fragment mit Subluxation, II Impaktion ohne Subluxation, III kleiner Ausriss mit Luxation.

Typen in 3D

Bennett (77.1.1B)
Ein einzelnes volar-ulnares Fragment bleibt am Os trapezium (Lig. obliquum anterius); der Schaft subluxiert nach proximal und radial (M. abductor pollicis longus) und adduziert (M. adductor pollicis). Instabil: K-Drähte oder Zugschraube.
Rolando (77.1.1C)
Komplett artikuläre Y- oder T-förmige Fraktur: Volare und dorsale Basisfragmente weichen auseinander, und der Schaft wird dazwischen getrieben. Platte bei grossen Fragmenten, Extension oder Fixateur externe bei Trümmerzone.
Extraartikulär (77.1.1A)
Quer- oder kurze Schrägfraktur knapp distal des Gelenks; das distale Fragment ist flektiert und adduziert (Apex dorsoradial). Das CMC-Gelenk kompensiert bis etwa 20–30° Angulation: Gips; bei mehr Reposition und Kirschner-Drähte.

Behandlung

Extraartikulär
Bis etwa 20–30° Angulation werden durch das sehr bewegliche CMC-Gelenk kompensiert: Gips mit Daumeneinschluss für 4–6 Wochen. Mehr Angulation oder Instabilität: geschlossene Reposition und Kirschner-Drähte.
Bennett
Reposition durch Zug, Abduktion und Pronation des Daumens mit Druck auf die Basis. Retention mit perkutanen Kirschner-Drähten (Metakarpale zum Os trapezium oder zum Metakarpale II) oder bei grossem Fragment offene Reposition und eine oder zwei Zugschrauben. Ziel: Gelenkstufe < 1–2 mm.
Rolando
Grosse Fragmente: offene Reposition und kleine T- oder L-Platte. Schwere Trümmerzone: Extension (Fixateur externe oder K-Draht-Distraktion), um die Länge wiederherzustellen und das Gelenk sich modellieren zu lassen.

Nachbehandlung

Daumenschiene mit Einschluss des Daumens für etwa 4–6 Wochen; Kirschner-Drähte nach 4–6 Wochen entfernen, dann Kräftigung des Spitzgriffs.

Komplikationen

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