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Hangman-Fraktur (traumatische Spondylolisthesis von C2)

AO Spine obere HWS III

Levine–Edwards I, II, IIA, III

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Bilaterale Frakturen durch die Pars interarticularis von C2 trennen den Körper von C2 (mit Dens, Atlas und Schädel) von seinem hinteren Bogen, der mit C3 verbunden bleibt. Der Kanal erweitert sich, wenn die Fragmente auseinanderweichen, daher sind die meisten Patienten neurologisch intakt. Die Stabilität hängt von der Bandscheibe und den Facettengelenken C2–C3 ab.

Hangman-Fraktur, HWS seitlich
Hangman-Fraktur, HWS seitlich. Links nativ, rechts markiert: Der Körper von C2 (rot) ist auf C3 (blau) nach vorne geglitten; C1 gelb. — Lucien Monfils, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Mechanismus

Heute meist Verkehrsunfälle und Stürze: Hyperextension mit axialer Stauchung (Typ I), gefolgt von Flexion, wenn die Bandscheibe C2–C3 reisst (Typ II); Flexion–Distraktion (IIA); Flexion–Kompression mit Facettenluxation (III). Das Erhängen bei Hinrichtungen mit submentalem Knoten bewirkte eine Hyperextension mit Distraktion.

Klinik

Bildgebung

Klassifikation

Typ I
Translation < 3 mm, keine Angulation. Stabil.
Typ II
Translation > 3 mm und deutliche Angulation; Bandscheibe C2–C3 und Lig. longitudinale posterius sind rupturiert.
Typ IIA
Starke Angulation mit geringer Translation (Flexion–Distraktion); die Frakturlinie verläuft schräger. Traktion verschlimmert sie.
Typ III
Typ-I-Fraktur plus bilaterale Facettenluxation C2–C3. Immer instabil.

Typen in 3D

Typ I
Haarfeine bilaterale Pars-Frakturen, Translation unter 3 mm und keine Angulation. Die Bandscheibe C2–C3 ist intakt: stabil, Halskragen.
Typ II
Der C2-Wirbelkörper gleitet nach vorne (> 3 mm) und kippt in Flexion: Bandscheibe C2–C3 und Lig. longitudinale posterius sind rupturiert. Traktion in leichter Extension und Halo oder Osteosynthese.
Typ IIA
Starke Angulation mit geringer Translation: Die Bandscheibe klafft dorsal wie ein Scharnier auf (Flexion–Distraktion). Traktion ist kontraindiziert; Reposition mit vorsichtiger Extension und Kompression.
Typ III
Pars-Frakturen plus bilaterale Facettenluxation C2–C3: Auch der hintere Bogen von C2 springt nach vorne über C3. Offene Reposition und dorsale Stabilisierung.

Behandlung

Typ I
Harter Halskragen für etwa 6–12 Wochen.
Typ II
Reposition (Zug in leichter Extension) und Halo für 6–12 Wochen oder, zunehmend bevorzugt, operativ: Pars-/Pedikelschrauben C2 (direkte Osteosynthese), ventrale Diskektomie und Fusion C2–C3 oder dorsale Stabilisierung C1–C3.
Typ IIA
Keine Traktion: vorsichtige Extension und Kompression unter Durchleuchtung, dann Halo oder operative Stabilisierung.
Typ III
Offene Reposition der Facettenluxation und dorsale Stabilisierung (oft mit Fusion C2–C3); die Pars-Frakturen werden gleichzeitig stabilisiert.

Nachbehandlung

Halskragen oder Halo bis zur Konsolidierung, mit Aufnahmen im Stehen; Funktionsaufnahmen (Flexion–Extension) am Behandlungsende, um eine residuelle Instabilität C2–C3 auszuschliessen.

Komplikationen

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