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Hangman-Fraktur (traumatische Spondylolisthesis von C2)
AO Spine obere HWS IIILevine–Edwards I, II, IIA, III
In 3D an den echten Knochen ansehen, verschieben und reponieren, mit simuliertem Röntgen und CT – kostenlos im Browser.
In 3D öffnen →Bilaterale Frakturen durch die Pars interarticularis von C2 trennen den Körper von C2 (mit Dens, Atlas und Schädel) von seinem hinteren Bogen, der mit C3 verbunden bleibt. Der Kanal erweitert sich, wenn die Fragmente auseinanderweichen, daher sind die meisten Patienten neurologisch intakt. Die Stabilität hängt von der Bandscheibe und den Facettengelenken C2–C3 ab.

Mechanismus
Heute meist Verkehrsunfälle und Stürze: Hyperextension mit axialer Stauchung (Typ I), gefolgt von Flexion, wenn die Bandscheibe C2–C3 reisst (Typ II); Flexion–Distraktion (IIA); Flexion–Kompression mit Facettenluxation (III). Das Erhängen bei Hinrichtungen mit submentalem Knoten bewirkte eine Hyperextension mit Distraktion.
Klinik
- Nackenschmerzen nach Kopfanprall; Gesichts- oder Stirnverletzungen weisen auf Hyperextension hin.
- Neurologie meist intakt («selbstdekomprimierende» Fraktur); atypische Verläufe durch die Hinterkante des C2-Wirbelkörpers sind gefährlicher für das Rückenmark.
- Eine Verletzung der A. vertebralis ist möglich, wenn die Linie das Foramen transversarium kreuzt.
Bildgebung
- CT der Halswirbelsäule (ganze Wirbelsäule beim Hochrasanztrauma).
- Seitliche Aufnahme oder sagittales CT: Translation und Angulation von C2 auf C3.
- MRT der Bandscheibe und Bänder C2–C3, wenn die Stabilität unklar ist; CT-Angiographie bei Beteiligung eines Foramen transversarium.
- CT der Halswirbelsäule (ganze Wirbelsäule beim Hochrasanztrauma).
- Die seitliche Aufnahme oder das sagittale CT zeigt die Translation von C2 gegenüber C3 (gemessen an den Wirbelkörperhinterkanten) und die Angulation des Bandscheibenraums C2–C3.
- MRT zur Beurteilung der Bandscheibe und Bänder C2–C3 bei der Entscheidung zwischen konservativer und operativer Behandlung; CT-Angiographie bei Beteiligung eines Foramen transversarium.
Klassifikation
- Typ I
- Translation < 3 mm, keine Angulation. Stabil.
- Typ II
- Translation > 3 mm und deutliche Angulation; Bandscheibe C2–C3 und Lig. longitudinale posterius sind rupturiert.
- Typ IIA
- Starke Angulation mit geringer Translation (Flexion–Distraktion); die Frakturlinie verläuft schräger. Traktion verschlimmert sie.
- Typ III
- Typ-I-Fraktur plus bilaterale Facettenluxation C2–C3. Immer instabil.
Typen in 3D
- Typ I
- Haarfeine bilaterale Pars-Frakturen, Translation unter 3 mm und keine Angulation. Die Bandscheibe C2–C3 ist intakt: stabil, Halskragen.
- Typ II
- Der C2-Wirbelkörper gleitet nach vorne (> 3 mm) und kippt in Flexion: Bandscheibe C2–C3 und Lig. longitudinale posterius sind rupturiert. Traktion in leichter Extension und Halo oder Osteosynthese.
- Typ IIA
- Starke Angulation mit geringer Translation: Die Bandscheibe klafft dorsal wie ein Scharnier auf (Flexion–Distraktion). Traktion ist kontraindiziert; Reposition mit vorsichtiger Extension und Kompression.
- Typ III
- Pars-Frakturen plus bilaterale Facettenluxation C2–C3: Auch der hintere Bogen von C2 springt nach vorne über C3. Offene Reposition und dorsale Stabilisierung.
Behandlung
- Typ I
- Harter Halskragen für etwa 6–12 Wochen.
- Typ II
- Reposition (Zug in leichter Extension) und Halo für 6–12 Wochen oder, zunehmend bevorzugt, operativ: Pars-/Pedikelschrauben C2 (direkte Osteosynthese), ventrale Diskektomie und Fusion C2–C3 oder dorsale Stabilisierung C1–C3.
- Typ IIA
- Keine Traktion: vorsichtige Extension und Kompression unter Durchleuchtung, dann Halo oder operative Stabilisierung.
- Typ III
- Offene Reposition der Facettenluxation und dorsale Stabilisierung (oft mit Fusion C2–C3); die Pars-Frakturen werden gleichzeitig stabilisiert.
Nachbehandlung
Halskragen oder Halo bis zur Konsolidierung, mit Aufnahmen im Stehen; Funktionsaufnahmen (Flexion–Extension) am Behandlungsende, um eine residuelle Instabilität C2–C3 auszuschliessen.
Komplikationen
- Instabilität oder Pseudarthrose C2–C3
- Repositionsverlust im Halo
- Verletzung der A. vertebralis
- Späte Degeneration C2–C3 und Nackenschmerzen
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