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Thorakolumbale Frakturen

AO Spine TL

Kompression bis Berstung (Typ A)

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Die meisten Frakturen treten am thorakolumbalen Übergang (T11–L2) auf, wo der steife Thorax auf die mobile Lendenwirbelsäule trifft. Die Schlüsselfragen sind, ob die Hinterkante frakturiert ist (Berstung, Spinalkanaleinengung), ob die dorsale Zuggurtung zerrissen ist und ob ein neurologisches Defizit vorliegt.

Mechanismus

Axiale Stauchung mit Flexion (Stürze, Verkehrsunfälle); niedrigenergetische osteoporotische Kompression bei älteren Menschen.

Klinik

Bildgebung

Klassifikation

A0–A4
Kompressionsverletzungen: A1 Keilfraktur (eine Deckplatte), A2 Spaltfraktur, A3 inkomplette Berstungsfraktur (eine Deckplatte + Hinterkante), A4 komplette Berstungsfraktur (Deck- und Grundplatte).
B1–B3
Versagen der Zuggurtung: B1 knöcherne Chance-Fraktur, B2 Zerreissung des dorsalen Bandkomplexes, B3 Hyperextension.
C
Translation oder Luxation in beliebiger Richtung.
Modifikatoren
N0–N4 Neurologie, M1 dorsale Bänder unklar, M2 Komorbidität.

Typen in 3D

A1 Keilfraktur
Kompression einer Deckplatte ohne Beteiligung der Hinterkante. Stabil: Orthese oder keine Ruhigstellung, frühe Mobilisation.
A3 inkomplette Berstungsfraktur
Eine Deckplatte und die Hinterkante sind frakturiert; ein Fragment kann in den Spinalkanal zurückgedrängt werden (Retropulsion). Neurologisch intakt: oft konservativ.
A4 komplette Berstungsfraktur
Deck- und Grundplatte und die Hinterkante: stärkerer Höhenverlust und stärkere Spinalkanaleinengung. Operation bei Defizit oder ausgeprägter Kyphose.
B2 Zuggurtung
Dorsaler Bandkomplex in Flexion–Distraktion zerrissen: Die Dornfortsätze klaffen auseinander. Instabil: dorsale Instrumentierung.
C Translation
Verschiebung der Wirbelsäule in jeder Ebene: alle drei Säulen sind unterbrochen, meist mit Rückenmarksverletzung. Reponieren und instrumentieren.

Behandlung

Konservativ
A0–A3 neurologisch intakt und stabil: Analgesie, frühe Mobilisation mit oder ohne Orthese; Röntgen im Stehen zur Kontrolle einer progredienten Kyphose.
Operativ
Neurologisches Defizit mit Spinalkanaleinengung, B- und C-Verletzungen, A4 mit relevanter Kyphose: dorsale Pedikelschrauben-Instrumentierung, bei Bedarf mit Dekompression oder ventraler Rekonstruktion. Schmerzhafte osteoporotische Frakturen ohne Besserung: in ausgewählten Fällen Vertebroplastie/Kyphoplastie erwägen.

Nachbehandlung

Osteoporosebehandlung nach Fragilitätsfrakturen.

Komplikationen

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