Alle Frakturen › Thoraxwand
Sternumfrakturen
ThoraxwandQuerfraktur des Corpus, manubriosternale Luxation
In 3D an den echten Knochen ansehen, verschieben und reponieren, mit simuliertem Röntgen und CT – kostenlos im Browser.
In 3D öffnen →Die meisten Sternumfrakturen sind Querfrakturen des Corpus oder am manubriosternalen Übergang durch direkten Anprall an der vorderen Thoraxwand. Isoliert sind sie meist harmlos, zeigen aber ein Hochrasanztrauma an: nach stumpfer Herzverletzung, BWS-Frakturen und weiteren Thoraxverletzungen suchen.

Mechanismus
Lenkrad oder Sicherheitsgurt bei Frontalkollisionen, direkte Schläge; Flexions-Kompressions-Verletzungen der BWS (indirekte Fraktur); Insuffizienzfrakturen bei osteoporotischen, kyphotischen Patienten.
Klinik
- Anteriore Thoraxschmerzen, Druckdolenz, manchmal tastbare Stufe oder Krepitation.
- Screening auf stumpfe Herzverletzung: 12-Kanal-EKG und Troponin bei Eintritt; sind beide normal, ist eine relevante Herzverletzung sehr unwahrscheinlich. Echokardiografie bei Arrhythmie, hämodynamischer Instabilität oder auffälligen Befunden.
- Die Brustwirbelsäule untersuchen und abbilden: Eine dislozierte Sternumfraktur mit Flexionsmechanismus geht oft mit einer BWS-Fraktur einher.
Bildgebung
- Seitliche Sternumaufnahme (das frontale Thoraxröntgen übersieht sie meist).
- CT Thorax mit sagittalen Rekonstruktionen beim Polytrauma.
- 12-Kanal-EKG und Troponin bei stumpfer Herzverletzung; Echokardiographie bei pathologischem Befund oder Instabilität.
- Seitliche Sternumaufnahme: die entscheidende Röntgenaufnahme (die Fraktur ist im frontalen Thoraxröntgen oft unsichtbar).
- CT Thorax mit sagittalen Rekonstruktionen beim Polytrauma; nach retrosternalem Hämatom und Mediastinalverletzung suchen (CT-Angiographie bei Verdacht).
- Der Ultraschall kann am Krankenbett eine Kortikalisstufe zeigen.
Klassifikation
- Lokalisation
- Manubrium, manubriosternaler Übergang, Corpus (am häufigsten), Proc. xiphoideus.
- Dislokation
- Undisloziert oder disloziert mit Überlappung der Fragmente (meist das untere Fragment vor dem oberen).
- Manubriosternale Luxation
- Typ 1: Corpus hinter das Manubrium disloziert (direkter Schlag). Typ 2: Corpus vor dem Manubrium (indirekt, Flexion–Kompression mit BWS-Fraktur).
Typen in 3D
- Undisloziert quer (Corpus)
- Das häufigste Muster: eine Querlinie durch das obere Corpus. EKG und Troponin kontrollieren; Analgesie.
- Disloziert quer (Korpus)
- Das untere Fragment ist gegenüber dem oberen nach ventral disloziert. Nach einer BWS-Fraktur und einem retrosternalen Hämatom suchen; Plattenosteosynthese bei Instabilität oder starken Schmerzen.
- Manubriosternale Luxation (Typ 1)
- Das Corpus wird durch einen direkten Schlag hinter das Manubrium getrieben. Bei Dislokation meist reponiert und fixiert; eine mediastinale Verletzung ausschliessen.
Behandlung
- Konservativ (meist)
- Analgesie, Atemtherapie; Patienten mit isolierter undislozierter Fraktur und normalem EKG und Troponin können meist nach Hause.
- Operativ
- Starke Dislokation mit Instabilität oder Deformität, therapierefraktäre Schmerzen, respiratorische Beeinträchtigung, instabiles «Sternum-Flail» oder schmerzhafte Pseudarthrose: offene Reposition und ventrale winkelstabile Plattenosteosynthese.
Nachbehandlung
Die Beschwerden klingen über 6–12 Wochen ab; nach Osteosynthese etwa 6 Wochen kein Heben > 5 kg und kein Kontaktsport.
Komplikationen
- Stumpfe Herzverletzung (Arrhythmie, Kontusion)
- Pseudarthrose oder schmerzhafte Fehlverheilung
- Übersehene BWS-Fraktur
- Retrosternales Hämatom, selten mediastinale Gefässverletzung
In 3D an den echten Knochen ansehen, verschieben und reponieren, mit simuliertem Röntgen und CT – kostenlos im Browser.
In 3D öffnen →